Ist Hengstenberg Kimchi gut? Der ehrliche Test — 150 Jahre Tradition, neues Produkt (2026)
Deutschlands Sauerkraut-Marktführer wagt sich seit 2025 an Kimchi — breit gelistet bei REWE, EDEKA und Kaufland. Aber ist es auch gut? Wir haben genau hingeschaut, was hinter dem bekannten Namen steckt.
Ist Hengstenberg Kimchi gut?
Bedingt. In unserem 12-Marken-Vergleich für Deutschland erreicht Hengstenberg 5,9 von 10 Punkten — Rang #10 von 12. Die 1876 gegründete Traditionsfirma aus Esslingen, in Deutschland Marktführer bei Sauerkraut, hat 2025 mit „KiMCHi pikant“ und „KiMCHi scharf“ ihr erstes Kimchi eingeführt und es sofort extrem breit bei REWE, EDEKA und Kaufland gelistet. Praktisch ist es zweifellos — aber es wird ungekühlt im normalen Regal verkauft, was auf fehlende oder stark eingeschränkte lebende Kulturen hindeutet, und die Zutatenliste zeigt Zucker sowie eine für Kimchi ungewöhnlich dominante Tomatenmark-Note statt traditioneller Würze. Wer authentisches, unpasteurisiertes Kimchi sucht, findet in unserem Vergleich bessere Optionen.
Hengstenberg Kimchi — Das Wichtigste auf einen Blick
Das zählt wirklich, bevor du dich entscheidest, ob ein Glas in den Einkaufskorb kommt.
- Geschmack: ordentliche Schärfe, aber dominante Tomatenmark-Note — Rang #10 von 12 in unserem Vergleich.
- Hersteller: Hengstenberg GmbH & Co. KG, Esslingen — gegründet 1876, deutscher Sauerkraut-Marktführer.
- Zutaten: Chinakohl, Zucker, Sojasauce (Weizen), Tomatenmark, Chili, Antioxidationsmittel.
- Vegan: ja, laut Herstellerangabe.
- Lagerung: ungekühlt im normalen Regal — deutet auf fehlende lebende Kulturen hin.
- Preis: ~3,50-3,80€ für 260g-Glas (200g Abtropfgewicht), Sorten pikant und scharf.
- Wo kaufen: sehr breit bei REWE, EDEKA, Kaufland, tegut.
Hengstenberg Kimchi — Produktübersicht & Punktetabelle
So schneidet Hengstenberg in unseren Kernkriterien ab, aus dem gleichen 12-Marken-Vergleich, der auch unserer Hauptrangliste zugrunde liegt.

Wer stellt Hengstenberg Kimchi her?
Hinter dem neuen Kimchi steckt eine der ältesten und bekanntesten Lebensmittelfirmen Deutschlands — das erklärt sowohl die enorme Bekanntheit als auch die eher konventionelle Herangehensweise ans Produkt.
Die Hengstenberg GmbH & Co. KG wurde 1876 von Richard Alfried Hengstenberg in Esslingen am Neckar gegründet — zunächst als kleine Essigfabrik, finanziert mit der Mitgift seiner Ehefrau Marie. Das Unternehmen brachte 1932 das weltweit erste pasteurisierte Sauerkraut auf den Markt und ist bis heute deutscher Marktführer bei Sauerkraut. Bekannte Marken aus dem Hengstenberg-Portfolio sind unter anderem Knax, Mildessa und Oro di Parma. 2026 feiert das Familienunternehmen sein 150-jähriges Bestehen.
Kimchi ist für Hengstenberg ein komplett neues Terrain — die Marke stellt traditionell fermentiertes deutsches Gemüse her (Sauerkraut, Rotkohl, Gewürzgurken), keine koreanische Küche. Das erklärt viel über das fertige Produkt: Es wirkt eher wie eine deutsche Fermentations-Firma, die ein trendiges asiatisches Gericht für den eigenen Produktionsprozess adaptiert, statt wie eine Marke mit jahrzehntelanger Kimchi-Erfahrung wie SONAMU oder die großen koreanischen Konzerne Daesang (Jongga) und CJ CheilJedang (Bibigo).

Hengstenberg hat seit 1932 echte Erfahrung mit Fermentation, aber fast ausschließlich bei Sauerkraut und Rotkohl. Das Know-how für europäisches Fermentationsgemüse überträgt sich nicht 1:1 auf koreanisches Kimchi mit seiner ganz anderen Würzbasis aus Gochugaru, Knoblauch und traditionell Fischsauce.

Was Hengstenberg fehlt an Kimchi-Erfahrung, macht die Firma durch etablierte Handelsbeziehungen wett — innerhalb weniger Monate landete das neue Produkt bei REWE, EDEKA, Kaufland und tegut im Regal, eine Distribution, von der selbst deutlich ältere Kimchi-Marken wie THATs KiMCHi oder Complete Organics nur träumen können.
Warum bringt eine 150 Jahre alte Marke jetzt Kimchi?
Die Antwort liegt weniger in kulinarischer Leidenschaft als in einer klaren Marketing-Strategie für eine neue Zielgruppe.
Hengstenbergs eigene Produktkommunikation ist hier ungewöhnlich offen: Mit „KiMCHi pikant“ und „KiMCHi scharf“ wolle man „gezielt auf eine junge, trendbewusste Zielgruppe“ setzen und dank „stylischem Look & Feel neue Impulse im Regal“ schaffen. Kimchi ist damit weniger ein Ausdruck kulinarischer Expertise als eine bewusste Antwort auf den anhaltenden Boom fermentierter, „gesunder“ Lebensmittel und die wachsende Beliebtheit koreanischer Küche in Deutschland — ein Trend, von dem auch die anderen Marken in unserem Vergleich wie dmBio und Alnatura profitieren.
Verstärkt wurde die Markteinführung durch eine gezielte virale Marketingkampagne: Ab dem 1. August 2025 konnten Verbraucher:innen über Cashback-Plattformen wie Marktguru Hengstenberg Kimchi „gratis testen“ — eine Aktion, die in Deal-Foren, auf TikTok (eine eigene Discovery-Seite „Hengstenberg Kimchi Test“ existiert dort) und in zahlreichen Kurzbewertungen für erhebliche Aufmerksamkeit sorgte. Diese Kampagne erklärt einen Großteil der aktuellen Suchnachfrage nach „Hengstenberg Kimchi“ — bei gleichzeitig fast völligem Fehlen ausführlicher, redaktioneller Tests.
Die Kühlregal-Frage — was das für die Fermentation bedeutet
Das ist der wichtigste Unterschied zwischen Hengstenberg und den meisten anderen Marken in unserem Vergleich.
Das zugesetzte Antioxidationsmittel Ascorbinsäure in der Zutatenliste passt zu diesem Bild: Es dient typischerweise dazu, Farbe und Haltbarkeit über die längere, ungekühlte Lagerzeit zu stabilisieren — eine Notwendigkeit bei Raumtemperatur, die bei gekühlt gelagertem, aktiv fermentierendem Kimchi in dieser Form nicht erforderlich wäre.
Geschmack & Textur — was unabhängige Tester tatsächlich sagen
Wenige ausführliche Tests existieren bisher — wir haben die verfügbaren unabhängigen Stimmen mit unserer eigenen Verkostung abgeglichen.
Der deutsche Foodblog chilihead77.de, einer der wenigen, die bereits eine detaillierte Verkostung veröffentlicht haben, beschreibt die Sorte „scharf“ als qualitativ ordentlich gemacht, mit gut erkennbarem Gemüse und angenehmem Biss sowie durchaus ordentlicher Schärfe. Kritisiert wird aber eine für Kimchi untypisch dominante Tomatenmark-Note, die als störend und „fehl am Platze“ beschrieben wird, sowie eine spürbare Süße im Abgang, die zu stark ausfällt. Der Blogger empfiehlt letztlich, Kimchi lieber selbst zu machen.
In unserer eigenen blind verkosteten Testrunde bestätigte sich dieser Eindruck weitgehend: Hengstenberg schmeckt erkennbar nach einem industriell für den deutschen Massengeschmack angepassten Produkt — süßer, milder in der Fermentationstiefe und mit einer tomatig-ketchupartigen Note, die traditionellem koreanischem Kimchi fremd ist. Die Textur ist solide, der Chinakohl behält einigen Biss, aber die Gesamtkomposition erinnert eher an einen würzigen Krautsalat mit Chili als an authentisches Baechu-Kimchi.
Echte Zutaten im Detail
Direkt von der Produktverpackung und Open Food Facts übernommen — eine kurze, aber auffällige Zutatenliste.
| Zutat | Funktion |
|---|---|
| Chinakohl (66%) | Basisgemüse |
| Karotten (8%) | Zusätzliches Gemüse |
| Rettich (8%) | Traditionelle Ergänzung |
| Knoblauch (2%), Ingwer (1%) | Aromatik |
| Salz | Fermentation & Würze |
| Zucker | Süße — untypisch dominant für Kimchi |
| Sojasauce (Wasser, Sojabohnen, Weizen, Salz) | Würze — enthält Gluten (Weizen) |
| Tomatenmark, zweifach konzentriert | Farbe/Konsistenz — ungewöhnlich für Kimchi, von Testern kritisiert |
| Chili (1%) | Schärfe |
| Antioxidationsmittel Ascorbinsäure | Haltbarkeit bei ungekühlter Lagerung |
Im direkten Vergleich zu SONAMUs 11 Zutaten ohne jeden Zusatzstoff oder zu Jonggas traditionellerer, wenn auch stärker verarbeiteter Rezeptur, wirkt Hengstenbergs Zutatenliste wie eine pragmatische Adaption für die deutsche Lebensmittelindustrie — funktional, aber ohne die Würztiefe, die traditionelle koreanische Zutaten liefern würden.
Vegan & Allergene
Eine echte Stärke von Hengstenberg Kimchi — vegan, ohne die üblichen Fisch-Fallstricke anderer Marken.
Laut Herstellerangabe ist die Rezeptur vollständig vegan — kein Fischsauce, keine Garnelenpaste, keine tierischen Zutaten. Das macht Hengstenberg zu einer der wenigen Marken in unserem Vergleich, bei denen die vegane Eignung unkompliziert und ohne Vorbehalt gilt, anders als etwa bei Bibigo, wo je nach Verpackungsvariante Fischsauce enthalten sein kann, oder bei Jongga, wo Kelp-Konzentrat auf Bonito-Basis (Fisch) für Verwirrung sorgt.
Hengstenberg Kimchi Nährwerte
Direkt vom Hersteller-Etikett übernommen — überraschend kalorienarm, mit moderatem Salzgehalt.
| Nährwert | Pro 100g |
|---|---|
| Energie | 107 kJ / 25 kcal |
| Fett | 0,5g (davon gesättigte Fettsäuren 0,1g) |
| Kohlenhydrate | 3,3g (davon Zucker 1,9g) |
| Ballaststoffe | 1,8g |
| Eiweiß | 1,1g |
| Salz (Natrium) | 1,1g |
Mit 25 kcal pro 100g ist Hengstenberg Kimchi eines der kalorienärmsten Produkte im gesamten Vergleich — sogar etwas niedriger als SONAMU (40 kcal) oder Complete Organics (34 kcal). Überraschend ist auch der vergleichsweise moderate Salzgehalt von 1,1g pro 100g, niedriger als bei den meisten anderen Marken in unserem Test. Das liegt vermutlich an der ungewöhnlichen Rezeptur mit Zucker und Tomatenmark statt der salzintensiveren Fischsauce-Würzung traditioneller Marken.
Ist Hengstenberg gut zum Kochen, oder besser roh?
Hengstenberg selbst positioniert sein Kimchi klar als vielseitiges Topping, weniger als traditionelle Kochzutat.
Die eigene Produktkommunikation empfiehlt Hengstenberg Kimchi explizit „als aufregende Ergänzung auf dem Burger, in Wraps, als Topping für Bowls oder als unkomplizierter Snack direkt aus dem Glas“ — eine deutlich andere Positionierung als bei den traditionelleren Marken, die eher auf Kimchi-Bratreis oder Kimchi-Jjigae setzen. Das passt zur milderen, süßeren Geschmacksrichtung: Für klassische koreanische Kochanwendungen fehlt die nötige Fermentationstiefe und Umami-Würze, die traditionelleres Kimchi mitbringt.
Wo kaufen & Preise
Hengstenbergs unbestreitbare Stärke — die mit Abstand breiteste Verfügbarkeit im gesamten deutschen Vergleich.
| Bezugsquelle | Verfügbarkeit | Preis |
|---|---|---|
| REWE | ✓ Breit gelistet, ungekühltes Regal | ~3,50-3,80€ / 260g |
| EDEKA | ✓ Breit gelistet | ~3,50-3,80€ / 260g |
| Kaufland | ✓ Beide Sorten geführt | ~3,50-3,80€ / 260g |
| tegut | ✓ Gelistet | ~3,50-3,80€ / 260g |
| Amazon.de | ✓ Verfügbar | Variiert |
Anders als SONAMU oder Fairment, die auf Direktversand oder ausgewählte Nischenhändler setzen, ist Hengstenberg Kimchi so gut wie überall im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu finden — ein direkter Vorteil der jahrzehntelangen Handelsbeziehungen als Sauerkraut-Marktführer. Für alle, die spontan beim Wocheneinkauf zugreifen wollen, ohne extra einen Asia-Markt oder Online-Shop aufzusuchen, ist das ein echter praktischer Pluspunkt — auch wenn der Geschmack in unserem Vergleich nicht mithalten kann.
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Dieser Test stützt sich auf unseren breiteren 12-Marken-Blindvergleich für Deutschland, ergänzt um eine dedizierte Recherche zur Markteinführung und Positionierung von Hengstenberg Kimchi.
Weiterführende Guides
Passende Anschlusslektüre, wenn du dich noch zwischen Marken entscheidest oder Kimchi lieber selbst machen willst.



Ist Hengstenberg Kimchi gut? — Häufige Fragen
Bedingt. In unserem 12-Marken-Vergleich für Deutschland erreicht Hengstenberg 5,9 von 10 Punkten — Rang #10 von 12. Es ist praktisch, weil so gut wie überall bei REWE, EDEKA und Kaufland erhältlich, aber geschmacklich und fermentationstechnisch kein Ersatz für traditionelles koreanisches Kimchi: ungekühlt verkauft, mit Zucker und dominantem Tomatenmark statt klassischer Würze.
Ja. Laut Herstellerangabe ist die Rezeptur vollständig vegan, basiert auf regional angebautem Chinakohl und verzichtet auf künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Die Sojasauce in der Rezeptur enthält allerdings Weizen (Gluten).
Nein. Anders als traditionelles, unpasteurisiertes Kimchi wird Hengstenberg Kimchi ungekühlt im normalen Supermarktregal verkauft. Das deutet darauf hin, dass es keine oder nur eingeschränkt lebende Milchsäurekulturen enthält.
Ein 260g-Glas (200g Abtropfgewicht) kostet je nach Händler etwa 3,50 bis 3,80 Euro, erhältlich in den Sorten pikant und scharf.
Sehr breit verfügbar — unter anderem bei REWE, EDEKA, Kaufland und tegut, jeweils im normalen, ungekühlten Regal, häufig in der Nähe von Fertiggerichten oder asiatischen Produkten.
Laut Zutatenliste: Kimchi (66% Chinakohl, 8% Karotten, 8% Rettich, 2% Knoblauch, 1% Ingwer, Salz), Zucker, Sojasauce (Wasser, Sojabohnen, Weizen, Salz), Tomatenmark zweifach konzentriert, Chili, Antioxidationsmittel Ascorbinsäure.
Unabhängige Testesser:innen beschreiben den Geschmack als angenehm scharf mit gutem Biss, kritisieren aber die dominante Tomatenmark-Note und eine spürbare Süße, die untypisch für traditionelles koreanisches Kimchi ist. In unserem eigenen Vergleich landet es geschmacklich klar hinter den deutschen Manufaktur-Marken und den Importmarken.
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